Vom Grand Hotel zum Forster Hof

1885 – Genehmigung der Neuansiedlung des aus Schönheide im Königreich Sachsen stammenden Hoteliers Alwin Härtel in der Stadtverordnetensitzungam 26. Juni 1885, Auftrag an Maurermeister Richard Hiltmann, erste Bauabnahme bereits Oktober 1885

1886 – Innenausbau und weitere Anbauten, wie einen großen Saal im Seitenflügel und einen Hotelgarten mit Musikhalle

1890 – Erlaubnis zum Betrieb des Gewerbes als Schauspielunternehmer an Härtel’sche Weinhandlung, erste Theatervorstellungen

1895 – Saal erhält wesentliche Vergrößerung und Erhöhung. Aus dem Flachbau wurde
ein zweistöckiges Gebäude mit umlaufendem Rang im Innenraum mit 153 Sitz- und
60 Stehplätze dazu

1897 – kurzer Besitzerwechsel, als Robert Boden das Haus übernahm, Bau einer zweistöckigen offene Veranda im Garten an die Musikhalle.

1897 – Hochwasser

1898 – wurde das neben dem Hotel gelegene Malzhaus vom Hotelbesitzer des „Schwarzen Adlers” am Markt Adolf Mohr gekauft und um die Jahrhundertwende abgerissen, um den sogenannten „Mohr’schen Neubauten” zu weichen, wo dann u. a. das Warenhaus Burlin zu finden war

1899 – Alwin Härtel wieder Eigentümer

1907 – Bühnenumbau, erste kinematographische Vorstellungen

1909 – baupolizeilische Auflagen bezüglich Saal, Einbau eines eisernen Vorhangs hergestellt von der Kunst- und Bauschlosserei Otto Pannewitz Cottbus, 2.400 kg, und Anbringung eines Asbestvorhangs

1911 – Tod Alwin Härtel, Weiterführung durch Witwe Ida Härtel, geborene Weidner

1912 – Bespielung als Forster Stadt-Theater. Erster Theaterdirektor wurde Wilhelm Röntz,  das Theaterensemble spielte auch in Guben und Frankfurt an der Oder.

1913 – Übernahme des Hauses durch den Forster Mühlenbesitzer Paul Rüdiger,
Umbenennung in „Forster Hof”

1915 – erneuter Besitzerwechsel. Der aus Greiz in Thüringen stammende Ernst Schleizer übernahm das Hotel und den mittlerweile „Stadt-Theater” genannten Saal

1916 – Aufstellung von zwei Gasöfen, Einbau einer Niederdruck-Dampf-Heizung

1917 – Karl Ernst Schwanke aus Liegnitz übernimmt die Leitung des Theaterunternehmens

1918 – Pachtvertrag für die Winterspielzeit mit Bruno Hain, der vorher das Waldtheater in Oybin leitete.

1920 – Direktion im Stadt-Theater wechselte mehrmals. Aufblühen der Theaterkultur im Stadt-Theater 1924, als der aus Leipzig stammende Alfred Pfeifer die Direktion übernahm.

1926 – Mischnutzung unter der Leitung von Gustav Stötzer als Versammlungsraum, Kleinkunstbühne und vornehmlich als Lichtspieltheater. Kino-Unternehmer für das als nun unter der neuen Bezeichnung „Primus-Palast” geführte Lichtspieltheater wurde Carl Wedekind.

1930 – Tod Wedekinds, Übernahme durch Max Schleizer, dann Peter Graß,
erneute Umbenennung in: „Kammer-Lichtspiele”.

1940 – Übernahme durch den Lichtspielhausdirektor Friedrich Neuhaus aus Cottbus
mit Peter Graß als Mitinhaber. Abriß von Musikhalle und Veranda und Anbau einer Pförtnerwohnung.

1941 – Kino wird als selbstständiger Betrieb unabhängig vom Hotel geführt.

1942 – vollständige Renovierung. Kinobetrieb auch während des 2. Weltkrieges.

1945 – Luftschutzkeller wird als Regimentsgefechtsstand genutzt, im Kino finden Frontvorführungen statt. Kinobesitzer Friedrich Neuhaus verstirbt.

1945 – Nach dem Krieg übernahm die Familie Neuhaus mit Gerrit Neuhaus und seinem Halbbruder Klaus-Peter Neuhaus und dem Rates des Kreises Forst als Erbengemeinschaft zu je einem Drittel die Kammerlichtspiele. In die Räume des Hotels zieht die Verwaltung des Rates des Kreises Forst ein. Die Kammerlichtspiele werden Hauptsitz des Kreislichtspielbetriebes Forst.

1957 – Einrichtung des Breitwandkinos. Ersatz der Ernemann-Projektoren durch Breitwandapparate, Vergrößerung des Vorführraums

1961 – Modernisierung, elektrische Anlage wurde neu installiert und eine neue Stilbühne eingehangen, die zwei Unterteilungen zuließ. Zwischendecke aus Zellwattgeflecht

1970 – Renovierungsarbeiten Februar bis April, runden Säulen vom Rang wurden
mit Holz verkleidet und die Wände erhielten eine karierte Stoffbespannung.

1972 – Instandsetzung Bühne i(gesperrt von 1967 bis Ende 1972)

1989 – Schließung, geplante Umbauarbeiten im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten
der im Bezirk Cottbus stattfindenden Arbeiterfestspiele. Abriß Zwischendecke, Wiederentdeckung des Forster Wappens und der Stuckdecken

1990 – Projektierung durch Professor Wagenbreth aus Cottbus, später fortgesetzt durch Lehmann Forst

1991 – Sanierung des Daches, der behindertengerechten Angleichung des Fußbodens und der Sanitäranlagen

1991 – Einrichtung Kino II

1994 – Außenfassade „Forster Hof” hergestellt, Weiterführung Bauarbeiten trotz Finanzierungsproblemen

1994 – Juli, Eröffnung der Gaststätte, Eröffnung Forster Hof im Oktober 1994

1996 – Schließung Forster Hof aufgrund von schlecht laufenden Geschäften

1997 – April, 2. Neueröffnung mit indisch-pakistanischen
Spezialitätenrestaurant „Taj Mahal”

1997 – Juni, Neustart Kino

2000 – Auszug der Kreisverwaltung

2003 – Neuer Pächter und Gastronom Michael Behrendt, bis Juli 2004

2006 – Gastgeber des 15. Firmenjubiläum Industrie- und Kesselreinigung GmbH

2010 – Übernahme des Hauses durch die Familie Helbeck Forst